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Schmetterlinge |
Hin und wieder werde ich nach meiner "Schmetterlings-Sammlung" gefragt. "Hab ich nicht"!
Ich mag die lebenden Falter, mir tut es leid um jede Raupe, die in meiner Zucht stirbt, und ein aufgespannter Schmetterling macht mir schon gar keine Freude.
Zu Beginn meiner Zuchtbemühungen hatte ich die etwas naive Idee, durch die freigelassenen Tiere die Schwalbenschwänze in meiner Umgebung wieder mehr ansiedeln zu können. Wie vielfältig und verwickelt allerdings die "Wohlfühl-Bedingungen" der verschiedenen Schmetterlingsarten sind, habe ich erst im Laufe der Zeit begriffen.
Das heisst nun jedoch nicht, dass ich diese Idee aufgegeben habe!
Vor allem aber gründet meine beflügelte Zucht ganz auf der Freude an den lebendigen Wesen, auf der Freude über ihre Verwandlungen, die geheimnisvoll hinter verschlossener Türe vor sich gehen. Und sicher auch auf der Zufriedenheit mit den Bildern, die sie mir über das Menschsein vermitteln. |
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In welch strahlenden Farben zeigt sich ein frisch geschlüpfter Tagfalter. Alles glänzt und leuchtet an ihm, wenn er sich zum ersten Mal aufmacht, den Weg zur Sonne oder zu einer Blüte zu erkunden. Es ist wunderschön, seinen Flug zu verfolgen, und die eigene Seele eine Weile mitschweben zu lassen, oder mit ihm in der Sonne zu sitzen und ganz warm dabei zu werden.
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Und wie zerzaust ist er nach einigen Wochen. Die Flügel sind ausgefranst, oft fehlen ganze Flügelpartien. Die Farben sind "abgeflogen", die Farbschuppen gleichsam als Geschenke in die Welt verteilt.
Schön, wenn mir solch ein Faltersenior begegnet. Ein Gefühl von Bedauern, kommt dabei selten in mir auf. Im Gegenteil, mich freut die Vorstellung, dass er auf seinem freien Flug so manches erlebt und viel von sich abgegeben hat. |
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Zur Fütterung der Schwalbenschwanzraupen bin ich meist auf Hilfe angewiesen, da unsere eigenen Möhrenaussaaten mit frustrierender Regelmässigkeit den Schnecken zum Opfer fallen.
Die ersten Karottenblätter im Jahr bekomme ich von einem recht alten, sehr eigensinnigen Biobauern, den wir seit vielen Jahren kennen. "Alles Unsinn. Bringt ja doch nix mit der Zucht. Gibt sowieso bald keine Schmetterlinge mehr bei der Giftmischerei überall. Ach." Sagt er - und strahlt jedes Mal, wenn er mich Mitte Mai auf seinen Hof fahren sieht; macht sich Gedanken, ob das Kraut die Fahrt im Auto auch gut übersteht, wie man es wohl am besten frisch halten kann, und... "Bezahlen? Mädele, kommt gar nicht in Frage!"
Leider wohnt er 15 km entfernt, deshalb halte ich mich im Sommer lieber an die Bestände der "Krautländler" in unserem Dorf. Auch hier habe ich meine Verbündeten, einige bringen ungefragt ihre Raupen vorbei, und die meisten muss ich gar nicht mehr fragen, ob ich bei ihnen ernten darf.
In diesem Jahr allerdings wurde ein Teil der Raupen der 2. Generation gleich nach der ersten Fütterung aus dem Krautland krank. Ob es am Schneckenkorn lag, das der Nachbar verwandt hat, oder ob der Nachbar vom Nachbarn...vielleicht doch bazillus thuriengis gegen die alles kahl fressenden Stachelbeerspanner an seinen Büschen eingesetzt hat? Mir ist unklar, woran die Raupen erkrankt sind. Ursachen wie mangelnde Hygiene, Inzucht, nasses Futter kann ich mit Sicherheit ausschliessen. Die Krankheit zeigt sich erst, wenn die Raupen sich zum verpuppen anschicken. Ein Falterfreund schrieb mir, es handele sich um Flacherie. Da, entgegen meiner ersten Beoabachtung, doch nur die wenigsten Raupen ausfliessen, frage ich mich, ob es wirklich diese Krankheit sein kann.
Vielleicht kann jemand anhand dieser beiden, ganz typischen, Bilder etwas erkennen? Es wäre schön, eine Nachricht darüber zu bekommen. |
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