| Mitten im Ort und historischer Bestandteil des Dorfes. Als der letzte Pächter aufgab, ging das konkrete Gerücht um, dort solle eine Rotlicht-Kneipe entstehen. Unter dem Druck, weiteren Wohnraum für die gerade wild expandierende Gemeinschaft zu finden und auf der Suche nach neuen Arbeitsfeldern kam uns das gerade recht. Zunächst als Pächter, dann als neuer Besitzer versuchten wir im alten Gemäuer unseren neuen Ideen Gestalt zu geben. Trotz starker baulicher Einschränkung gelang es uns mit einfachsten Mitteln, einen Tagungs- und Seminarbetrieb in Gang zu bringen. Kurse über Buchbinden, Kräuterkunde und Wirtschaften bildeten den Kern der Veranstaltungen und im Matrazenlager tummelten sich Schulklassen, Natur- und Umweltgruppen und Archäologiestudenten, die im benachbarten Bad Buchau jungsteinzeitliche Nüsse ausgruben und numerierten.
Später dann, als die Arbeit auf anderen Feldern in der Kooperative zunahm und ein personeller Rückgang einsetzte, mussten wir diese Form des Betriebs einstellen. An seine Stelle trat dann die sonntägliche Matinee: mehrgängige Menüs und danach musikalische Darbietungen von Künstlern aus der Region.
Der bauliche Zustand bereitete diesen Veranstaltungen dann ein Ende. Trotz der Renovierung des Gaststättenteils, die noch vom Vorbesitzer veranlasst wurde, konnte der Verfall des Gebäudes nicht aufgehalten werden. Wir mussten uns mit den Erfahrungen aus fünf Jahren begnügen und begannen mit dem Abriss einer Haushälfte.
Glaubten wir noch beim Abriss an einen zügigen Wiederaufbau, mussten wir uns dann in der Planungsphase so Stück für Stück von unseren Blütenträumen verabschieden. Heute ist das Projekt "Kreuz" der Spitzenreiter unserer Bausorgen. Eine erste Planung existiert seit längerem, doch die Schätzung der Gesamtkosten von 2,5 Mio. hat für unseren Tatendrang einen mächtigen Dämpfer bedeutet. Obwohl immer wieder thematisiert, hat bislang der Impuls für den wirklichen, tätlichen Baubeginn noch nicht eingeschlagen. |