Wie alles anfing...
Als wir in den siebziger Jahren noch die Stadtkooperative in Wuppertal waren, hatten wir uns zur Verbesserung unseres Informationsdienstes einen Bürodrucker angeschafft. Doch für eine stadtbekannte Einrichtung liess sich diese neue Errungenschaft nicht lange verbergen, und wir hatten sehr plötzlich eine Menge Leute im Haus, die irgendwelche Flugblätter und Veranstaltungshinweise vervielfältigt haben wollten. Die Kontakte zum Asta, zum Kommunikationszentrum Börse und zur Anti-AKW-Bewegung förderten die Nachfrage dann weiter und so enorm, dasz wir schon bald gewerbliche Räume suchen musssten, um dem mittlerweile auch gestiegenen Platzbedarf entgegenzukommen. Als dann Raum III der Kunstakademie in Düsseldorf zum Keimpunkt der Grünen in NRW wurde, ergab sich eine Anzahl von Aufträgen und mit den Drucksachen der Gepa zusammen reichte es immerhin, um die erste Druckmaschine und das nötige Zubehör zu erwerben.

Der Umzug
Personelles Wachstum, gelegentliche Beschwerden der Nachbarn, ständige Raumnot  für Menschen und Maschinen und nicht zuletzt der Niedergang der Alternativbewegung bewogen uns dann zum Umzug aufs Land. So kamen wir 1980 zu einer Menge Platz, etwas weniger Besuchern und einem neuen Namen. Von den erworbenen Kenntnissen und Maschinen abgesehen, begann für die Kooperative Dürnau ein vollständiger Neuaufbau der Druckerei, zu der sich mittlerweile noch andere Betriebe hinzugesellt hatten. Neuerwerb von Maschinen, Ausbau der Betriebsstätte, die Gründung der Kommanditgesellschaft und der spätere Erwerb der zunächst gemieteten Räume bescherten uns eine aufregende Zeit, in der wir reichlich zu tun hatten, die mit diesen neuen Anforderungen verbundenen Unzulänglichkeiten zu überwinden. Und da uns auch zu jener Zeit längst klar war, dasz der Mensch nicht allein vom Brot lebt, waren wir auch rührig auf der Suche nach neuen Freunden in der neuen Heimat, bis wir diese schliesslich in der anthroposophischen Gesellschaft  in Dornach gefunden hatten.

Die Professionalisierung
Wenige wird überraschen, dasz in unserer frühen Zeit als Druckereibetrieb der Lernbedarf erheblich war. Ohne passende Ausbildung und auch ohne Geld zu beginnen, bedeutet eben oft, das klassische Lehrgeld zahlen zu müssen, mag es in der Form von Nachtschichten, Verlust von Aufträgen oder einfach nur bedeutendem Mehraufwand sein. Hätten da nicht die meisten unserer Kunden - die wir auch heute noch zu unseren Freunden und Auftraggebern zählen - an manchen Stellen Nachsicht walten lassen, hätte es gar manches Mal übel aussehen können. So aber konnten wir 1987 unsere erste fabrikneue Druckmaschine kaufen,  doppelt so schnell wie der Vorgänger, mit vollständigem Walzensatz und allen Segnungen der neuesten Technik. Auch hatten wir zwischenzeitlich eine Heizung eingebaut und mussten nicht mehr fürchten, dasz das Wischwasser anfriert.
Bis zu diesem Zeitpunkt waren in der Druckerei ausschlieszlich die Menschen aus der Kooperative tätig. Das hatte seine Gründe darin, dasz wir uns weder angestelltes Personal leisten konnten und wollten und auch niemandem die bis dahin üblichen Arbeitsbedingungen hätten zumuten können. Nachdem wir uns von anfänglichen Schwierigkeiten nicht haben beirren lassen, konnten wir auch in diesem Sektor Fortschritte erzielen und einen Mitarbeiterkreis finden, der heute verantwortlich und kenntnisreich die anfallenden Aufgaben bewältigt.

Heute
Geprägt durch die Entstehungsgeschichte zeichnet sich unsere Druckerei heute durch ihre bewegliche Arbeitsweise aus, was von unseren Auftraggebern auch sehr geschätzt wird. Trotz notwendiger Organisation und Planung haben wir uns viel Freiraum für individuelle Betreuung  der Aufträge und Auftraggeber erhalten.
Menschen, die in unsrer Druckerei für einen kürzeren oder auch längeren Zeitraum mitarbeiten und lernen wollen, sind uns willkommen. Ausser dem guten Willen, sich in die bestehenden sozialen Strukturen einzufügen, sind keine besonderen Voraussetzungen nötig.



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Geschäftsführer Rolf Reisiger